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Über das Recyceln von Orten im städtischen Wandel

Recycling Sites Undergoing Urban Transformation



"The relation between the concrete grey book cover of Second Hand Spaces and its colourful examples is similar to the industrial waste land and its new uses. Holding this book, you feel that it's heavy. Reading it, you feel that there is so much more to activate in cities. The bilingual publication (Ger, Eng) leads you through the emotional debate of temporary use of vacant or abandoned buildings, factories, public spaces etc. Challenges, obstacles and problems of the temporary users are shown on the one hand, the projects' sustainable effects for a social and ecological urban development on the other.(...)

To great extent Second Hand Spaces is written in an easy readable language which certainly will attract readers beyond disciplines like architecture, spatial planning and urbanism. Actually every city council should buy this book, take an example from these project pioneers and install a cross-departmental agency for temporary use. As I mentioned before, there is so much space to activate in many big cities craving for a use beyond shopping, office, living or car parking use. Its examples from Germany, Denmark, Switzerland and the Netherlands can be seen as healthy inspiration for cities not knowing what to do with their vacancies. Let's get inspired!"

by Valentin Schipfer, blog.inpolis.com

Was soll mit den Brachen und den baulichen Ruinen des Dienstleistungs- und des Industriefordismus geschehen? Eine Antwort, die in den letzten Jahren zwar vermehrt, aber immer noch vereinzelt gegeben wird, lautet "temporäre" oder "Zwischennnutzung". Das Team der in Bremen angesiedelten ZwischenZeitZentrale will mit ihrem Buch hinter die Kulissen, auf die Akteur_innen und die Wirkungen von second hand spaces blicken. Die Herausgeber_innen und auch etliche Beiträge benutzen den Begriff "second hand spaces" (oder auch: "Nutzung vakanter Räume") um sich für einen erweiterten, wenn nicht neuen, Begriff von Zwischennnutzung stark zu machen. Fokussiert Zwischennnutzung unwillkürlich auf die zeitliche Befristung des ganzen Unterfangens, so weitet "second hand spaces" den Blick und macht Aspekte von Interaktion und Partizipation stark: "zwischen" also verstanden als Brücke und als Kooperation zwischen verschiedenen Ebenen und Menschen.

Das Buch enthält neun Artikel, je drei zu Rahmenbedinungen, Akteur_innen und Wirkungen von "second hand spaces". Dazwischen werden jeweils fünf konkrete Beispiele vorgestellt, unter anderem aus Basel, Berlin, Bremen, Frankfurt, Freiburg und Hamburg. Hier kommen bekannte und weniger bekannte Beispiele ins Bild: Prinzessinengärten, tentstation und RAW aus Berlin oder das Frappant und das Gängeviertel in Hamburg - aber auch Brachen in Bremen oder eine Wagenburg in Freiburg.

Einige Beiträge, vor allem die aus der prekären Zwischennutzungsszenerie selbst, fragen nach den Spaltungen innerhalb von Zwischennutzungen und nach den Ambivalenzen diesbezüglicher Forderungen. Ist die Nutzung von second hand spaces nun eine Wiederaneignung der Commons und damit des gesellschaftlich produzierten Reichtums oder doch nur "Leben" vom aktuell Übrigseienden und Unbenötigten und damit das Begnügen mit dem Rest und seiner kreativen Verwertung? Der Hamburger Historiker Arndt Neumann etwa fragt deutlich danach, wer die durch temporäre Nutzungen erzeugten Aufwertungsprofite schlussendlich bekommt.

Durch das Buch wird eine Utopie deutlich, was Stadt auch sein könnte, nämlich ein Raum, der tagtäglich durch seine Nutzer_innen neu produziert wird. Es zeigt aber auch, dass eine Nutzung vakanter Räume ohne ein Bündnis mit aufgeschlossenen Segmenten der Verwaltung und womöglich der Immobilienwirtschaft nur schwer möglich ist. Die Verwaltung wiederum braucht den politischen Druck, der durch soziale Proteste und Bewegungen erst entsteht: Die altbekannte Mehrdeutigkeit von Protest und Modernisierung, von Revolte und Rekuperation also.

Von Bernd Hüttner, die Rezension erschien zuerst in dérive – der Zeitschrift für Stadtforschung (Wien), Ausgabe 49.

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second hand spaces GbR
Michael Ziehl, Sarah Oßwald, Oliver Hasemann und Daniel Schnier
Zum Sebaldsbrücker Bahnhof 1
(WURST CASE)
28309 Bremen
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tel. +49 421 69 58 126
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